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Nachruf
Ein großartiger Musikliebhaber ist von uns gegangen!

Kann eine Freundschaft ohne ein persönliches Kennenlernen auskommen? Ja, sie kann. Vor knapp 15 Jahren, kurz nachdem wir die ersten Orgeln auf unserem “Portal der Königin” präsentierten, erhielt ich einen Anruf aus Süddeutschland. Ein Organist, dessen Namen ich schon oft gehört hatte, der viele Schallplatten und CDs eingespielt hatte und “Hinz und Kunz” kannte, war an der Strippe. Ein mehrstündiges Gespräch entstand und diesem einen Telefonat folgten im Lauf der Jahre noch viele weitere. Der Anrufer? Reinhard Kluth! Kirchenmusiker, Organist, Chorleiter, Leseratte, Musikbegeisterter, Suchender, Fragender, Interessierter und vor allem: Freundlicher! Das alles (und noch viel mehr) war er.

Die vielen Gespräche mit ihm waren immer von Freundlichkeit, Verständnis und Wertschätzung geprägt. Und das machte diese Freundschaft mit ihm so wertvoll. Reinhard Kluth hatte ein sehr vielseitiges Interesse an der Musik. Alte Musik fand er spannend und begeisterte sich dafür. Aber auch über die Romantik, die Moderne und Musik der Zukunft sprachen wir, tauschten Informationen aus und schüttelten über manche Entwicklungen gemeinsam den Kopf. Als Jüngerer konnte ich von seinem Wissen profitieren, lernte viel aus unseren Gesprächen und war sehr glücklich über seine ständige Motivation, sein Interesse an unserem “Portal der Königin” und unseren musikalischen Aktivitäten. Als er dann die ersten Werke, sowohl eigene Kompositionen wie auch Bearbeitungen, in unserem Verlag veröffentlichte, war dies eine große Ehre für uns. Und zu keiner Zeit war die Zusammenarbeit mit ihm eine Belastung. Seine akribisch vorbereiteten Veröffentlichungen waren meist schnell erledigt und gingen zügig von der Hand. Gelegentlich schrieb er Rezensionen für uns und auch dann war spürbar, dass er bei aller Kritik auch Wertschätzung und Freundlichkeit für die Kolleginnen und Kollegen übrig hatte. Er selbst hat diese nicht immer erlebt und war manches Mal über die musikalische Lieblosigkeit anderer Kirchenmusiker, die Ignoranz und das Desinteresse mancher Geistlicher und den oft nicht funktionierenden kirchlichen Bürokratismus enttäuscht. Er selbst lebte anderes vor.

Seit mehreren Jahren planten wir, dass er bei uns im Celler Land – vor langer Zeit brillierte er schon an der Stadtkirchen-Orgel in Celle – Konzerte geben sollte. Aber dann kam eine heimtückische Krankheit dazwischen, machte unsere Pläne zunichte und zwang den engagierten Musiker in die Knie. Lange kämpfte er um sein Leben. Anfang Juli machten wir uns mit der ganzen Familie auf den Weg und ich hatte das große Glück, Reinhard endlich persönlich kennen zu lernen. Da der Besuch kurzfristig geplant war, war uns leider nicht viel Zeit zum Reden vergönnt. Aber die Freude, einander nach vielen Jahren endlich zu sehen, war riesengroß. Dass unsere Kinder alle ein Instrument spielen, erfreute sein Musikerherz. Und dass wir uns dann wieder trennen mussten, ohne zu wissen, ob wir uns wiedersehen, tat weh.

Eine Woche nach unserem Besuch verstarb Reinhard Kluth. Er wollte noch so viel tun, hatte sich viele Noten in sein neues Domizil im Pflegeheim mitgenommen. Sein Cembalo stand bereit. Es war noch so viel zu erarbeiten. So viel Musik zu spielen.
Nun spielt er im Himmel weiter. Unterhält sich mit seinem großen Vorbild Bach und mit all den anderen Komponisten, deren Werke er bravourös gemeistert hat. Und ich bin sicher, dass er beim Orgelspiel immer auch ein paar Töne zur Erde zu seiner geliebten Heidi purzeln lässt.

Als Christen wissen wir, dass das Leben nicht mit dem Tod endet.
Wir sehen uns wieder. Und ich freue mich darauf, lieber Reinhard, Dich wiederzusehen.

Bis dahin: Musiziere in Frieden.




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